VERSCHLEIßKONTROLLE: WANN MUSS EIN REIFEN GEWECHSELT WERDEN?

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Das Fahren mit beschädigten Reifen verringert den Grip des Fahrzeugs auf nassen, schneebedeckten oder vereisten Straßen erheblich. Aus diesem Grund ist Reifenverschleiß häufig - und das zu Recht - mit dem Unfallrisiko verbunden.

Im Allgemeinen variiert die Lebensdauer eines Reifens von Modell zu Modell. Sie können mit durchschnittlich 20.000 Kilometer für einen Reifen aus dem Einstiegssegment, 30.000 Kilometer für einen Mittelklasse Reifen und bis zu 50.000 Kilometer für einen Premium-Reifen rechnen. Hierbei handelt es sich um Schätzungen für eine Reifennutzung unter optimalen Bedingungen. Denken Sie daran, dass die Langlebigkeit Ihrer Reifen von mehreren anderen Faktoren abhängt, wie z. B. der Qualität der von Ihnen befahrenen Straßen, Ihren Fahrgewohnheiten usw.

Um Ihre Sicherheit hinter dem Lenkrad zu gewährleisten, sollten Sie daher regelmäßig den Verschleißgrad Ihrer Reifen überprüfen. Dazu beantworten wir die häufigsten Fragen, die Sie uns gestellt haben. Los geht’s!

 

WOHER WEISS ICH, OB MEINE REIFEN ABGENUTZT SIND?

Um den Zustand Ihres Reifens zu überprüfen, inspizieren Sie die Verschleißindikatoren des Profils auf der Lauffläche.

Zur Erinnerung, die Lauffläche ist als einzige im ständigen Kontakt mit der Straße, was die Notwendigkeit erklärt, ihr eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Um sicherzugehen, dass Sie sich die richtigen Handgriffe angewöhnen, sollten Sie  das folgende Video ansehen. Sie erhalten wertvolle Tipps, mit denen Sie den Verschleißgrad Ihrer Reifen überprüfen können!

Verschleißanzeiger

Wo befindet sich die Verschleißanzeige an meinem Reifen?

Sind Ihnen schon einmal die kleinen Erhebungen in den Hauptprofilrillen Ihres Reifens aufgefallen? Das ist die Verschleißanzeige! Beachten Sie, dass diese bei einigen Reifen direkt in die Lauffläche integriert ist. Um Ihre Verschleißanzeige zu überprüfen, empfehlen wir,  dass Sie Ihr Fahrzeug auf einer ebenen Fläche anhalten und Ihre Räder um 45 ° drehen.

Sobald dies erledigt ist, können Sie aus Ihrem Fahrzeug aussteigen, um Ihre Reifen zu überprüfen. Die Position der Verschleißanzeige wird Ihnen anhand eines kleinen Symbols am Reifenrand (Reifenschulter) angezeigt. Beachten Sie jedoch, dass sich dieses Symbol von Hersteller zu Hersteller unterscheidet. Im Fall von Michelin zum Beispiel wird sie durch ein kleines Bibendum oder bei Winterreifen durch eine kleine Schneeflocke dargestellt (siehe nebenstehendes Foto).

Wie misst man den Reifenverschleiß anhand der Verschleißanzeige?

  • Wenn Sie einen Reifenprofilmesser besitzen

Um das Niveau des Verschleißanzeigers zu messen, können Sie einen speziellen Reifenprofilmesser verwenden. Diesen können Sie in jeder Autowerkstatt kaufen. Wenn Sie einen Profilmesser haben, setzen Sie ihn einfach in die Rillen des Reifens ein und messen Sie deren Tiefe. Diese Tiefe muss über die gesamte Lauffläche mindestens 1,6 Millimeter betragen. Denken Sie daher daran, den Profilmesser an mehreren Stellen (am inneren und äußeren Rand der Lauffläche) zu verwenden.

Achtung: Wenn Sie den Verschleiß Ihrer Winterreifen überprüfen möchten, beachten Sie, dass viele Hersteller eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern empfehlen.

  • Wenn Sie keinen Reifenprofilmesser besitzen

Laden Sie den unten stehenden Reifenprofilmesser von 1001Reifen herunter und drucken und schneiden Sie diesen aus. So können Sie den Zustand der Verschleißindikatoren an Ihren Reifen überprüfen, ohne einen Kauf tätigen zu müssen.

Sie können den Zustand der Verschleißanzeige auch überprüfen, indem Sie einfach mit dem Finger darüber fahren. Wenn Sie fühlen, dass sich die Anzeige auf der gleichen Höhe befindet, wie der verbleibende Gummi, wird der Reifen aus rechtlicher Sicht als unbenutzbar angesehen. Sie müssen dann die betreffenden Reifen so schnell wie möglich auswechseln.

Schließlich können Sie die "Münztechnik" verwenden. Legen Sie dazu eine 1-Euro-Münze in die Reifenrille ein. Wenn Sie die Sterne am Rand der Münze sehen können, stehen Sie vor der Verschleißgrenze.

 

FAHREN MIT GLATTEN UND BESCHÄDIGTEN REIFEN

Wir sprechen von einem glatten Reifen, wenn der Verschleiß die Profilmuster so stark abgenutzt hat, dass die Verschleißanzeigen verschwinden. Wie Sie sich vorstellen können, Ist das Fahren mit solchen Reifen gesetzlich streng verboten. Hier eine kleine Zusammenfassung der Risiken, die bei Nichteinhaltung der Straßenverkehrsordnung entstehen:

  • Polizeikontrollen

Das Fahren mit abgenutzten Reifen ist nicht nur gefährlich für Ihre Sicherheit, sondern kostet Sie im Falle einer Polizeikontrolle neben Bußgeldern auch Punkte in Flensburg. Das Bußgeld liegt bei mindestens 60 €, kann aber auf 75 € steigen, wenn eine Gefährdung vorliegt oder sogar 90 € wenn ein Unfall verursacht wird. In jedem Fall kostet es Sie einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg.

Konkret finden Sie hier, was das Gesetz zu diesem Thema sagt:

  • 36 Absatz 2 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)

Die Räder der Kraftfahrzeuge und Anhänger müssen mit Luftreifen versehen sein, soweit nicht nachstehend andere Bereifungen zugelassen sind. Als Luftreifen gelten Reifen, deren Arbeitsvermögen überwiegend durch den Überdruck des eingeschlossenen Luftinhalts bestimmt wird. 

Luftreifen an Kraftfahrzeugen und Anhängern müssen am ganzen Umfang und auf der ganzen Breite der Lauffläche mit Profilrillen oder Einschnitten versehen sein. 

Das Hauptprofil muss am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm aufweisen; als Hauptprofil gelten dabei die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa 3/4 der Laufflächenbreite einnimmt. Jedoch genügt bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern eine Profiltiefe von mindestens 1 mm.

Informationen zum Fahren gemäß den geltenden Gesetzen finden Sie auf unserer Seite zu Reifenvorschriften.

  • Bei einem Unfall

Das Fahren mit abgenutzten Reifen erhöht das Risiko eines Verkehrsunfalls erheblich. Ein glatter Reifen kann keine gute Bodenhaftung mehr garantieren, und damit dauert es im schlimmsten Fall nur wenige Sekunden, bis Sie die Kontrolle über Ihr Fahrzeug verlieren...

Beachten Sie, dass abgefahrene Reifen bei einem Unfall zu einem wichtigen Faktor bei der Schuldfrage zählen. Unter Umständen kommt die Versicherung für den entstandenen Schaden nicht auf. Jeder Autofahrer muss einen sicheren Zustand seiner Reifen sicherstellen. Wird dies vernachlässigt, kann man schnell vom Opferstatus zum Unfall-Verantwortlichen werden. 

Nach einem Unfall setzt der Versicherer einen Sachverständigen ein, dessen Aufgabe es ist, alle Elemente zu identifizieren, die einen direkten oder indirekten Einfluss auf den Schaden hatten. Wenn der Experte feststellt, dass Ihre Reifen abgenutzt waren (und daher möglicherweise als Unfallursache in Frage kommen), besteht die Gefahr, dass der Schaden nicht mehr vom Versicherer übernommen wird...

 

URSACHEN VON UNGLEICHMÄßIGEM REIFENVERSCHLEIß

  • Ein Reifen mit zu wenig Druck

Bei einem zu wenig aufgepumpten Reifen ist der Verschleiß in der Regel auf Höhe der beiden Schulterkanten der Lauffläche (Flanken) stärker ausgeprägt. Dies hat eine Verkürzung der Lebensdauer des Reifens zur Folge. Beachten Sie auch, dass sich Ihr Kraftstoffverbrauch dadurch erhöht, da zu weiche Reifen einen höheren Rollwiderstand erzeugen.

  • Ein Reifen mit zu viel Druck

Ein zu stark aufpumper der Reifen führt zu mehr Verschleiß in der Laufflächenmitte. Auch hier wird die Lebensdauer des Reifens stark beeinträchtigt. Zur Information, dieser Verschleiß kann auch die Folge einer Fehlausrichtung der Räder oder eines mit der Baugruppe ?? verbundenen mechanischen Problems sein.

Um all diese Probleme zu verhindern, denken Sie daran, regelmäßig Ihren Reifendruck zu überprüfen. Im Allgemeinen empfehlen wir diese Überprüfung einmal im Monat durchzuführen. Um tiefer in die Thematik einzusteigen, lesen Sie unseren Leitfaden zum Thema “Alles was man über den Reifendruck wissen muss”.

  • Falsche Spureinstellung

Unregelmäßige Reibung des Reifens auf der Straße kann zu asymmetrischer sägezahnartiger Abnutzung der Reifenkante führen. In diesem Fall ist die Spureinstellung nicht mehr richtig, da das Profil aufgrund unregelmäßigem Kontakt mit der Fahrbahn nicht mehr gleichmäßig abgenutzt wird. Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihren Fachmann. 

  • Vollbremsung

Zu abruptes Bremsen fördert den Verschleiß des Reifens, da dies zu (manchmal heftigen) Reibungen mit dem Asphalt führt. In bestimmten Situationen ist der Verschleiß so stark, dass Sie Ihre Reifen schneller wechseln müssen als erwartet! Achten Sie darauf, dass neue Reifen eingefahren werden müssen. Zur Erinnerung: In dieser Zeit sollten Sie abruptes Bremsen oder Beschleunigen vermeiden.

  • Schlechte Lagerbedingungen

Für die Lagerung von Reifen gibt es bewährte Methoden, die man beachten sollte. Vielleicht ist es Ihnen nicht bekannt, aber eine unsachgemäße Lagerung kann dazu führen, dass Ihre Reifen abgenutzt oder sogar unbrauchbar werden. Lesen Sie dazu unseren praktischen Leitfaden und werden Sie selbst zum Fachmann!

 

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