VERSCHLEIß BEI MOTORRADREIFEN

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Reifenverschleiß ist ein normales und wiederkehrendes Phänomen, das alle Fahrzeuge mit 2 oder 4 Rädern betrifft. Besonders bei Motorrädern und Rollern sollte der Reifenverschleiß angesichts der auftretenden Gefahren genau überwacht werden. Verschlechterter Grip, verschlechterte Bremswirkung, negative Auswirkungen auf die Mechanik... Dies sind alles Risikofaktoren, die nicht unterbewertet werden sollten!

Die regelmäßige Überwachung des Verschleißniveaus Ihrer Motorradreifen ist weit mehr als "bewährte Praxis" sondern sollte vielmehr zu einer Routine werden. Darüber hinaus wissen Sie, dass es keine genauen Angaben über die Lebensdauer eines Reifens gibt. Diese variiert von Reifen zu Reifen und hängt von der Verwendung Ihrer Maschine ab, sowie der Art des Terrains auf dem Sie fahren, der Art des Reifengummis und vielen weiteren Faktoren ab.

Da eine kleine Auffrischung niemals schadet, finden Sie hier alle Antworten auf die häufig gestellten Fragen zum Verschleiß von Motorradreifens. Sind Sie bereit? Los geht's!

WOHER WEISS ICH, OB MEINE MOTORRADREIFEN ABGENUTZT SIND?

VERSCHLEIßANZEIGER

Wie alle guten Reifen haben Motorradreifen mehrere Indikatoren, um den Verschleiß der Lauffläche zu beurteilen. Um herauszufinden, wie diese Verschleißanzeiger aussehen, schauen Sie sich zuerst den Reifenrand (Reifenschulter) Ihrer Motorradreifen an. Sie sollten eine Angabe des Herstellers in Form eines Pfeils, eines Dreiecks oder eines Logos finden.

Sobald Sie diese gefunden haben, können Sie mit der Kontrolle fortfahren. Die Verschleißindikatoren befinden sich meistens in den Hauptprofilrillen der Lauffläche. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihren Zustand zu überprüfen:

  • Mit dem bloßen Auge: Ist die Lauffläche des Reifens höher als der Indikator? 
  • Mit einem Reifenprofilmesser: Haben die Profilrillen eine merkbare Tiefe? Die legale Profiltiefe liegt bei einem Millimeter. 

Was man überprüfen muss: 

Die Lauffläche des Reifens und der Indikator sollten nicht auf einer Ebene liegen. Wenn dies der Fall ist, hat der Reifen seine maximale Verschleißschwelle erreicht. Ein Reifenwechsel ist dann unabdingbar. ou unbedingt notwendig.

ALLGEMEINER ZUSTAND DES MOTORRADREIFENS

Neben der Kontrolle der Verschleißindikatoren ist eine visuelle Überprüfung des Zustands der Lauffläche und der Seitenwände des Motorradreifens unerlässlich. Konkret muss der Reifengummi ein sauberes Erscheinungsbild und einen gleichmäßigen Verschleiß vorweisen. Wenden Sie sich an einen Fachmann, wenn Sie Auffälligkeiten an Ihren Reifen feststellen.

ERINNERUNG DER VERSCHIEDENEN VERSCHLEIßARTEN 

Wir können bei Motorradreifen unter drei Verschleißarten unterscheiden:

  • « Normaler » Verschleiß durch normales Fahren.
  • Unregelmäßiger Verschleiß (sägezahnartige Abnutzung , eckiger Reifen, etc.)
    Denken Sie daran, dass die Ursachen für unregelmäßigen Verschleiß zahlreich sind und niemals unterschätzt werden sollten.
  • Anormaler Verschleiß durch äußere Einwirkung (Fremdkörper, Schnitt, Rissbildung, Brüche, Vulkanisation, etc.).
Der 1001Reifen-Tipp: Um es sich leichter zu machen, empfehlen wir Ihnen, die Maschine auf einen Mittelständer zu stellen. Wenn Sie keinen haben, können Sie einen Werkstattständer verwenden, um das Hinterrad drehen zu können. Es ist eine rentable und kostengünstige Investition, die den Zugriff auf die Hinterachse (Sichtprüfung des Reifens, Reinigung, Schmierung, Kettenspannung usw.) erheblich erleichtert.

 

DIE FAKTOREN DES VERSCHLEIß EINES MOTORRADREIFENS

Es gibt verschiedene Faktoren, kontrollierbare und unkontrollierbare, die sich direkt auf die Lebensdauer eines Motorradreifens auswirken können. Hier sind die Details:

KONTROLLIERBARE FAKTOREN

REIFENDRUCK

Ein Reifen mit zu hohem oder zu niedrigem Luftdruck nutzt sich schneller ab. Wenn Ihr Motorrad länger als einen Monat stillsteht, sollten Sie vorher den Reifendruck erhöhen. Andernfalls können sich die Reifen unter dem Gewicht der Maschine verformen. Es ist auch ratsam, die Maschine regelmäßig zu bewegen, damit der Kontaktbereich des Reifens mit dem Boden nicht immer gleich ist.

Achtung: Setzen Sie niemals eine schwere Ventilkappe auf! Mit der Zentrifugalkraft könnte letztere beschädigt, oder noch schlimmer, abgerissen werden.

BREMSEN VERSUS BESCHLEUNIGEN

Die Häufigkeit der Brems- und Beschleunigungsphasen spielt beim Verschleiß von Motorradreifen eine wichtige Rolle. Gleiches gilt für das Bremsen bei hohen Geschwindigkeiten. Sehr sportliches Fahren führt zu Erhöhung der auf den Reifen ausgeübten Belastungen, was in der Beschleunigung des Verschleißes und der Verkürzung der Lebensdauer resultiert.

DIE BELADUNG

Jedes Motorrad ist auf eine maximale Zuladung begrenzt (siehe Bedienungsanleitung Ihrer Maschine). Wenn dies Zuladung den vom Hersteller angegebenen Schwellenwert überschreitet, nutzen sich die Reifen wesentlich schneller ab.

Um Ihnen eine Vorstellung zu geben, eine Überlastung von 20% führt zu einer Beschleunigung des Reifenverschleißes von etwa 30%!

DIE GESCHWINDIGKEIT

Der Abrieb des Gummis ist proportional zur Geschwindigkeit, mit der Sie fahren. Darüber hinaus nutzt sich die Karkasse tendenziell schneller ab, wenn Sie mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind.

DIE FEDERUNG

Eine schlechte Wartung/Einstellung der Federung kann zu vorzeitigem Verschleiß Ihrer Motorrad- oder Rollerreifen führen. Die Rolle der Federung ist von entscheidender Bedeutung, da sie für einen guten Kontakt zwischen Reifen und Straße sorgt. Im Zweifelsfall konsultieren Sie das Benutzerhandbuch Ihres Fahrzeugs, um mehr über die richtige Konfiguration zu erfahren!

DIE ART DES GUMMIS

Wie am Anfang dieses Leitfadens aufgeführt, kann die Art des Gummis auch die Lebensdauer eines Motorradreifens (und damit dessen Verschleiß) beeinflussen. 

UNKONTROLLIERBARE FAKTOREN

DIE TEMPERATUR

Hohe Temperaturen und UV-Strahlen beschleunigen die Oxidation des Reifengummis. Wie Sie wissen, dehnt sich die Luft im Reifen bei Hitze aus. Im Falle eines Überdrucks kann dieses Phänomen die Reifenkarkasse beschädigen oder Risse im Gummi verursachen (insbesondere an den Seitenwänden). Das Risiko vom Reißen oder sogar Platzen des Reifens vervielfacht sich dadurch.

FAHRBAHNOBERFLÄCHE

Ihre Reifen nutzen sich auch unterschiedlich schnell ab, je nachdem auf welcher Fahrbahnoberfläche Sie fahren. Die Abriebeigenschaften unterscheiden sich je nach Region oder  Rennstrecke. 

Bitte beachten Sie: Mechanische Fehler können auch zu vorzeitigem Verschleiß Ihrer Reifen führen. Hier sind einige Beispiele :

  • Defekte Luftkammer
  • Verformte oder verschleierte Räder
  • Falsch ausgerichtete Bremsen
  • Abgenutzte Stoßdämpfer
  • Zu viel Spiel im Lenkkopflager
  • Schlecht ausgewuchtete Reifen
  • Probleme mit dem Radlager

Sources : Michelin / TNPF

WAS DAS DEUTSCHE GESETZ SAGT

  • 36 Absatz 2 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)

Die Räder der Kraftfahrzeuge und Anhänger müssen mit Luftreifen versehen sein, soweit nicht nachstehend andere Bereifungen zugelassen sind. Als Luftreifen gelten Reifen, deren Arbeitsvermögen überwiegend durch den Überdruck des eingeschlossenen Luftinhalts bestimmt wird. 

Luftreifen an Kraftfahrzeugen und Anhängern müssen am ganzen Umfang und auf der ganzen Breite der Lauffläche mit Profilrillen oder Einschnitten versehen sein. 

Das Hauptprofil muss am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm aufweisen; als Hauptprofil gelten dabei die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa 3/4 der Laufflächenbreite einnimmt. Jedoch genügt bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern eine Profiltiefe von mindestens 1 mm.

Fazit: Bei Motorrädern und Rollern muss die Profiltiefe mindestens 1 mm betragen.

WAS SIND DIE RISIKEN?

AUF GESETZESEBENE

  • 1 Abs. 2 Straßenverkehrsgesetz (StVG)

“Als Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes gelten Landfahrzeuge, die durch Maschinenkraft bewegt werden, ohne an Bahngleise gebunden zu sein”.

Motorräder sind damit Kraftfahrzeuge im Sinne des § 2 Abs. 3a StVZO, somit gelten die gleichen Vorschriften wie für PKW-Fahrer auch. 

Das Fahren mit abgenutzten Reifen ist nicht nur gefährlich für Ihre Sicherheit, sondern kostet Sie im Falle einer Polizeikontrolle neben Bußgeldern auch Punkte in Flensburg. Das Bußgeld liegt bei mindestens 60 €, kann aber auf 75 € steigen, wenn eine Gefährdung vorliegt oder sogar 90 € wenn ein Unfall verursacht wird. In jedem Fall kostet es Sie einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg.

SICHERHEIT

Da der Reifen der einzige Kontaktpunkt zwischen Ihrer Maschine und dem Boden ist, muss er genügend Grip bieten, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten. Jede der Reifenkomponenten (Karkasse, Seitenwände, Lauffläche, Wulstdrähte usw.) ist für die folgenden 6 Hauptfunktionen wesentlich:

  1. Zuverlässige Führung des Fahrzeugs.
  2. Tragen des Gewichts beim Fahren und Stehen.
  3. Abfedern von Unebenheiten bei holprigen Straßen sowie bei Bremsung (Vorderachse).
  4. Die Kraft der Maschine auf den Boden bringen (Hinterachse).
  5. Sicheres Fahren.
  6. Langfristige Performance.

Mit zunehmendem Verschleiß nehmen die Fähigkeiten des Reifens ab. Das resultiert in schlechterem Grip, längeren Bremswegen, weniger effizienter Wasserableitung usw. In dieser Hinsicht sind die Risiken bei Regenwetter umso größer. Beim Fahren auf nassen Straßen kann sich zwischen Boden und Reifen ein dünner Wasserfilm bilden. Dieser Effekt wird als Aquaplaning bezeichnet und ist für Motorradfahrer aufgrund der geringen Aufstandsfläche wesentlich gefährlicher.

Zusammenfassung: Das Fahren mit abgenutzten Motorradreifen erhöht das Risiko eines Sturzes oder Unfalls aufgrund des möglichen Verlusts an Bodenhaftung und Kontrolle.

Sie sehen also: Der gute Zustand Ihrer Reifen ist eine Voraussetzung für Ihre Sicherheit. Wir können Ihnen nur empfehlen, den Verschleiß und den Druck Ihrer Motorradreifen regelmäßig und sorgfältig zu überprüfen. Zögern Sie im Zweifelsfall oder bei Problemen nicht, die Hilfe eines Fachmanns in Anspruch zu nehmen.

Finden Sie Ihre Motorradreifen!

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